Und außerdem

  •  Genitalverstümmelung an Mädchen und jungen Frauen
    Eine Frau setzt sich erfolgreich und  nachhaltig ein, um diese unsägliche Tradition zu beenden.

Clubabend am Mittwoch, 23.März 2016

Es ging um ein Thema, das jede Frau und alle, die medizinisch tätig sind, berühren und betroffen macht: Genitalverstümmelung junger Mädchen, eine leider immer noch weitverbreitete Praxis , vor allem in Afrika, die mit der Globalisierung auch in Europa und hier in Deutschland Mädchen angetan wird, aus traditionellen Wertvorstellungen der Väter und Mütter, der Stammesgesellschaften, der in die Städte der Welt Zugezogenen . Wenn wir verstehen, worum es geht, können wir helfen, diese grausame Tradition zu beenden. Der Film „Wüstenblume“ hat dieses Thema .

Christa Müller
(I)NTACT e. V. – Saarbrücken
Internationale Aktion gegen die Beschneidung von
Mädchen und Frauen e.V.

Frau Müller berichtete eindrucksvoll über ihre Arbeit als Gründerin und Vorsitzende des Vereins (I)NTACT, Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V.

Christa Müller ist diplomierte Volks- und Betriebswirtin und hat sich als Politikerin für SPD und später die LINKE auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene einen Namen gemacht.
Auf einer Reise mit ihrem damaligen Ehemann und saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine im Jahr 1995 in das westafrikanische Benin wurde sie erstmals mit dem grausamen Brauch der weiblichen Genitalverstümmelung konfrontiert. Die Frau des beninischen Staatspräsidenten bat sie um Unterstützung im Kampf gegen diese Tradition. Christa Müller versprach zu helfen und gründete 1996 mit weiteren Personen des öffentlichen Lebens und Fachleuten den Verein (I)NTACT Mädchenhilfe, internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V. Seitdem hat der Verein zahlreiche Mädchen in Westafrika vor einer Verstümmelung schützen können. In Benin wurde 2005 ein wichtiger Erfolg erzielt:
Das Ende der Tradition der weiblichen Beschneidung wurde in einem Staatsakt feierlich verkündet. Im Jahr 2012 konnte auch die Bevölkerung in Togo die Abschaffung der Tradition feiern.

Für ihr großes Engagement und ihre äußerst erfolgreiche Arbeit erhielt Christa Müller im Oktober 2015 das Bundesverdienstkreuz.

Der Kampf gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen ist seit 1996 eines der Langfristziele von SI Deutschland.

http://www.intact-ev.de

 

 

  • „Radikale Humanität“
    unsere Clubschwester Monika van Bonn berichtet in SI Intern über einen außergewöhnlichen Vortrag an einem gewöhnlichen Clubabend im März 2013, gehalten von Dr. Werner Strahl, Kinderarzt in Essen

Radikale Humanität

Tagsüber war überall und jederzeit über das Wetter gesprochen worden, denn an diesem 27. März 2013 war es viel zu kalt für die Jahreszeit und die Vision von einem verschneiten Osterfest beunruhigte alle irgendwie.  Am Abend dieses  „Minus-zwei-Grad-Celsius-Tages“ hatten wir dann unsere Clubsitzung. Es sprach Dr. Werner Strahl, 1. Vorsitzender von „Cap Anamur/Deutsche Not- Ärzte e. V“.

Seit 34 Jahren gibt es diesen Verein, der von Rupert und Christel Neudeck zusammen mit anderen gegründet wurde. Es begann damals alles mit der Rettung der boat-people im Süd-Chinesischen Meer. Sicher erinnert sich die ein und andere von uns an die erschütternden Bilder und Berichte aus jener Zeit.

Der Einsatz des Vereins heute? In einem reich bebilderten und engagierten Vortrag zeigte Dr. Strahl uns die Schwerpunkte der Arbeit: Nahrungsmittel in Hungergebiete bringen, Kinderkrankenhäuser bauen, Hilfsprojekte als Start zur Selbsthilfe in Bangladesch, Somalia, Kongo und Sudan….Derzeit  sind Mitarbeiter_innen  auf dem Weg nach Syrien, um medizinische Hilfe zu bringen, denn die Krankenhäuser sind zerbombt. Viele Schulen haben sie schon in Afghanistan gebaut – und das geschieht immer mit einem Vorgehen, das unsere soroptimistischen Herzen sehr erfreute: Die Schule für die Jungen werden in einem Dorf immer erst dann gebaut, wenn die Schule für die Mädchen fertig und richtig in vollem Betrieb ist. Auch in anderen Bereichen gibt der Verein  helfende Antwort auf die oft zusätzlich schwierigen Situationen von Frauen, wenn sie sich z. B. als Patientinnen nicht von männlichen Ärzten untersuchen lassen dürfen.

„Cap Anamur – Deutsche- Not- Ärzte e. V.“: Der Verein, der sich vollständig aus privaten Spenden finanziert, entsendet Ärzte, medizinisches Personal und Techniker in die Krisenregionen und die Slums dieser Welt. Sie helfen in akuten Notsituationen und an Orten mit Katastrophen und Krieg. Nicht selten sind es Orte, an die kein anderer (tatsächlich kein anderer!) mehr geht. Manchmal sind es sogar Orte, an denen die Menschen Gras essen, weil sie nichts anderes haben, womit sie sich ernähren können. „Cap Anamur“ ist  unabhängig  von konfessionellen oder staatlichen Abhängigkeiten und Bindungen, aber immer geprägt von „radikaler Humanität und Solidarität mit der armen Bevölkerung“.

Dr. Strahl erzählte und zeigte aber noch anderes, unerwartetes: An den armen und ärmsten Orten dieser Welt fehlt das Lachen der Kinder nie. Sie lachen trotz der schweren Arbeit, die sie verrichten müssen. Er zeigte uns Bilder von Menschen, die stundenlang anstehen  um medizinische Behandlung zu bekommen. Sie warten geduldig und verlieren nie ihre Freundlichkeit.

Viel gäbe es noch hier weiterzuerzählen z. B. über die unbürokratische Struktur des Vereins und die geringen Verwaltungskosten. Vielleicht wäre auch mal ausführlicher darüber zu berichten, dass Christel Neudeck jahrelang  die Organisationsarbeit für den Verein zu Hause an ihrem Küchentisch erledigt hat. Wie gern ich diese Frau mal kennenlernen würde…..

Doch genug erzählt, genug der Worte. Vielmehr  wünsche ich vielen anderen Clubs das eigene Kennenlernen oder Berührungspunkte mit den Anliegen und Erfahrungen  von „Cap Anamur/Deutsche Not- Ärzte e. V.“  zum Beispiel durch einen solchen Vortrag von Dr. Strahl.

Für uns als Club hat dieser Vortrag verschiedene Ebenen zum Klingen gebracht und unsere Pläne angeregt.  Von den vielen Impulsen nenne ich diese eine: Es liegt Ermutigung darin zu sehen, wie viel Menschen bewegen können, wenn sie sich zusammentun und sich konzentriert und eindeutig zum Wohle anderer einsetzen – das gilt für „Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V.“  ebenso wie  für uns als Club von SI.

Ach ja, eines noch, die Sache mit dem Wetter! Als ich nach unserem Clubabend ins Freie trat und die immer noch kalte Luft atmete, wusste ich sofort, dass das Wetter an Ostern auf jeden Fall o. k. für mich sein würde – ganz egal wie kalt oder warm es werden würde!

Monika van Bonn, Club Essen – Victoria

Wer schnell mehr wissen will: www.cap-anamur.org

 

  •  „Pink stinks“ – neue Kampagne gegen stereotype Geschlechterrollen
    ein Hinweis unserer Clubschwester Katharina Rüth

Hallo Clubschwestern,

„Pink stinks“ ist ein 2012 gegründeter Verein, der sich engagiert, professionell und pfiffig gegen stereotype Rollenbilder in Werbung und Medien richtet, um vor allem Mädchen vor den Auswirkungen zu schützen.
Er nennt u.a. erschreckende Zahlen darüber, dass seit Ausstrahlung der Sendung “Germanys Next Top Model” Mädchen signifikant unzufriedener mit ihrem Körper sind.
Schaut’s Euch mal an:  http://pinkstinks.de/Die umfangreiche Website ist eine Fundgrube an Infos und Argumenten. Es gibt Hinweise auf anstehende Aktionen, einen Modellvortrag zur Sensibilisierung, Tipps für vorbildliche Kinder-Bücher, -Filme und -Websites sowie Portraits spannender Frauen und Mädchen, genannt „Role-Model des Monats“.
Online kann man eine Petition an den Deutschen Werberat gegen sexistische Werbung unterstützen (http://pinkstinks.de/petition/). Im Blick hat „Pink stinks“ damit vor allem Außenwerbung (=Plakatwände, Leuchtreklamen etc.), die Frauen als ständig verfügbare Sexualobjekte darstellt. Erstunterzeichner waren u.a. der Deutsche Frauenrat und Terre des Femmes.

 

 

  • ein neuer Aspekt des Themas „water and food“ ist der „verborgene Hunger“

Titel eines Artikels in der „Zeit“ Nr. 61 vom 13.03.2013, S. N4
Satt, aber mangelernährt: Rund ein Drittel aller Menschen leidet unter „Verborgenem Hunger“.Das hat Folgen für die Lebensaussichten der Betroffenen. In Entwicklungsländern, aber auch hierzulande“
…..Ca 2,5 Milliarden Menschen sind betroffen. sie werden zwar satt, nehmen aber zu wenig Mikronähstoffe wie Zink, Jod oder Vitamin A auf…..
Von 100 Menschen verhungert statistisch eine Person, fünfzehn sind unterernährt, einundzwanzig übergewichtig. Gesundes Essen ist teuer, positive Lebensaussichten werden somit zu einer Frage des Einkommens. In entwicklungländern, aber in zunehmendem Maße auch in Industriestaaten wie Deutschland“

Weltweit griff erstmals ein internationaler Kongress das Thema Hidden Hunger – „Der verborgene Hunger“ auf.  An der Universität Stuttgart-Hohenheim drehte sich vier Tage lang alles um das Thema Welternährung.
mehr auf der Seite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung